Aus dem Tagebuch der
Geschäftsstelle von
Dialog International
In diesem Tagebuch wird in lockerer Folge
aus
der alltäglichen Arbeit von Dialog
International
mit
den Partnern im Kongo berichtet.
Das
Tagebuch gibt eine persönliche Meinung wieder. Auf keinen Fall die offizielle
Meinung von Dialog International
September 2007
Liebe Freundinnen und
Freunde der Kongohilfe von Dialog International!
Wir schreiben Ihnen, weil wir
heute Ihre Unterstützung benötigen! Denn für einige laufende Projekte haben
wir in diesem Jahr noch nicht genügend „Eigenmittel“, d.h. wir hatten gehofft
sie zu bekommen und dann konnte einfach nicht genug die „Werbetrommel“ gerührt
werden. Denn gute Projekte sind’s allemal. Sie können sich sehen lassen. Insbesondere
das Kindersoldatenprojekt. Aber auch das Ofenprojekt, welches vom Hauptgeldgeber,
dem Land NRW, als „vorbildlich“ eingestuft wird. Doch genau dies ist
plötzlich 2000 Euro teurer geworden, weil durch den Kriegslärm im Ostkongo
nicht alle Reisepläne wie vorgesehen durchgeführt werden konnten, wodurch dann
noch andere Finanzierungen möglich gewesen wären.
Deshalb benötigen wir diesmal schon im Spätsommer Ihre
Hilfe und möchten Sie ganz herzlich bitten, uns in der nächsten Zeit mit einer
Spende für eins der folgenden Projekte zu unterstützen:
Unser interessantestes
Projekt im Frühjahr konnten wir dank Ihrer Weihnachtsspenden realisieren, die
andere Hälfte kam von einer Stiftung dazu. Dies war der Beginn der „Ofenrevolution“ im Ostkongo. Im März
konnte sie endlich beginnen: Zwei Ausbilder waren für 10 Tage aus Uganda
gekommen, Livingstone und Christine und sie übten eine Woche lang
mit rund 30 Seminarteilnehmerinnen und –teilnehmern von zahlreichen befreundeten
Gruppen aus dem gesamten Kivu den Bau eines holzsparenden Lehmofen-Modells für
zwei Töpfe - und mit einem kleinen Rauchabzug, damit drinnen gekocht werden
kann und die Hütte rauchfrei bleibt: der Rocket
Stove Lorena. Seitdem entstehen immer mehr solcher Öfen im Ostkongo. Im
Juni waren schon 70 gebaut und Monat für Monat kommen mehr dazu. Angeregt durch
Photos und Berichte aus dem Projekt kamen Béa
und Nsonia, die seit einigen Jahren
mit Familie im Rheinland leben, auf die Idee, solche Öfen auch in ihrer Heimat,
dem Kasaï, zu bauen, denn auch dort kochen die meisten Menschen immer noch auf
dem 3-Steine-Ofen. Der Rocket-Stove-Lorena spart die Hälfte bis
zu 2/3 des Holzes. Das mühsame Holzsuchen, für das in der Savanne des Kasaï
oder im abgeholzten Hochland rund um Bukavu immer weitere Wege zurückgelegt
werden müssen, wird also erheblich reduziert. Die beiden Frauen reisten schon
Anfang August nach Uganda, um dort den Bau des Rocket-Stove Lorena für einen Topf zu lernen und befinden
sich inzwischen in ihrer Heimatregion, Kasaï Oriental, mit der Provinzhauptstadt
Mbuji-Maji - und wenn alles gut klappt, werden sie bis Dezember mindestens 200 Multiplikatorinnen
aus katholischen Frauengruppen im Bau des Ein-Topf-Ofens ausgebildet haben.
Dieser Ofen spart im Verhältnis genauso viel Holz ein wie jener für 2 Töpfe und
der Schritt vom 3-Steine-Ofen zur neuen „Ofengeneration“ ist noch kleiner….
Der zweite Schwerpunkt der diesjährigen
Kongohilfe von Dialog International sind drei Werkstätten für Kindersoldaten in Burhinyi, Luhwinja und Mushenyi.
Hier bekommen derzeit 130 junge Menschen eine Ausbildung. 105 Jungs als
Schreiner oder Lederwarenhersteller und 25 Mädchen, die auch bei den Soldaten
waren, als Schneiderinnen. Fast alle haben
schon zu Beginn der halbjährigen Ausbildung entweder eine Ziege oder
Hasen oder Meerschweinchen zur Aufzucht anvertraut bekommen.Dies, damit
sie lernen Verantwortung zu übernehmen
und sich in das ländliche Leben integrieren. Auch bei diesem Projekt haben
wir zu drei Vierteln eine externe Förderung durch eine Stiftung gewährt bekommen,
aber noch fehlen uns einige Mittel, um den Eigenbeitrag von 4.000 Euro zu
überweisen, auf den man jetzt wartet…
In die letzte Runde gegangen
ist die dreijährige Aufforstung in Burhinyi, wo inzwischen schon um die
eine Million Bäume gepflanzt wurden: eine breite Variation ganz unterschiedlicher Regenwald- und sogar Fruchtbäume.
Darunter findet sich der Afrikanische
Brotbaum (Treculia Africana), Avocado-, Mango-, ja sogar einige Mahagoni-Bäume. Aber vor allem Bäume und
Sträucher des Regenwaldes, wie z.B. Grevillea
robusta, Calliandra, Pinus… Diesen Herbst findet im Oktober wieder der „Tag
des Baumes“ statt, ein großes Fest, welches auch dazu dient, die
nachhaltige Waldbewirtschaftung zu popularisieren. Aus dem benachbarten
Luhwinja kamen im Frühjahr Photos, mit denen uns ganz stolz gezeigt wurde, daß
in diesem Jahr erstmals die bereits meterhohen Bäume Samen werfen… Mit den
Bäumen kommen auch die Tiere zurück, vor allem die Vögel, wurde uns gesagt. Und
die Wasserquellen sprudeln wieder reichlicher… Burhinyi liegt immerhin auf
einer Höhe von 3.000 Metern…
*
Schließlich gehört noch Innocent Balagizi’s „Marifiki“ dazu, der Waldkindergarten am Rande des Kahuzi-Biega-Nationalparks,
westlich vom Kivusee. Kinder und Jugendliche erhalten dort eine naturnahe
Ausbildung durch Singen, Spielen, Basteln, Naturbeobachtung… Nach dem Konzept
eines Waldkindergartens in der Nähe von Düren im Rheinland, den Innocent
kennenlernen durfte und dessen Leiterin sich im Kongo engagiert. Inzwischen
besteht eine Partnerschaft zwischen beiden Kindergärten und die kleinen
Steppkes aus dem Dürener Land wissen genau, daß da irgendwo in Afrika auch so
etwas unter gleichem Namen stattfindet – und umgekehrt…. Ein
ganz herzliches Dankeschön an alle
Förderer, auch im Namen unserer Freunde
im Kongo: Heinz Rothenpieler
|
Spendenkonto-Nr.
8271300, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 37020500 BIC:
BFSWDE33 – IBAN: DE12 3702 0500 0008 2713 00 (für Euroland) |
International Crisis Group
Kongo – Konsolidierung des
Friedens,
Auszüge aus
der analytischen Studie, die Anfang Juli 07 veröffentlicht wurde. (vgl. u.a.
Presse-Tagebuch vom 5. Juli 2007) Der englische Originaltext kann auf dieser
Website gefunden werden: http://www.crisisgroup.org/home/index.cfm?id=4933&l=1. letzte
Aktualisierung: 29.7.07
Dem Kongo bleiben höchstens noch ein paar Jahre,
in denen erwartet werden kann, daß die internationale Gemeinschaft sich um die
Unterstützung der Konsolidierung des Friedensprozesses kümmert. Ende 2007 wird
der UNO-Blauhelmeinsatz der MONUC wahrscheinlich unter Druck geraten, den
Einsatz wesentlich zu reduzieren und die Unterstützung der Geber dürfte sich in
andere Nachkriegsgebiete verschieben. Ohne starke, klare Zeichen einer
sichtbaren Änderung in der Regierungsweise könnte die Chance rasch vertan sein.
Dieser Bericht zeigt die Herausforderungen auf, die in den nächsten zwei Jahren
sich dem Land stellen. …
Die Unterstützung, die (Kabila während der
Übergangsperiode) von den regionalen und anderen internationalen Partnern
bekommen hat, ist entscheidend für die Stabilisierung des Landes gewesen, aber
sie ist nicht dazu verwandt worden, um einen wirksamen Durchbruch bei
nachhaltigen Änderungen der Regierungstätigkeit zu bewirken und das Land für
die Haupt-Herausforderung der Nachkriegszeit vorzubereiten (…)
Die politische Herausforderung für den neugewählten
Präsidenten besteht darin, seinen Sieg zu “managen”.
Daß der Präsident in der Lage war, der vollständigen
Umsetzung der Machtteilungs-Vereinbarungen [von Sun City] zu widerstehen liegt
teilweise an der Fehleinschätzung seiner Gegner, aber auch bei der
bedingungslosen internationalen Unterstützung, die er bekam, insbesondere von
CIAT,[1].
Die meisten Mitglieder sahen ihn gerne als “Wunschgewinner” der Wahlen.
Im Laufe des Übergangsprozesses und als keine
besser Lösung in Sicht kam, haben die CIAT Mitglieder sich auf einen Wahlsieg
Kabilas verlassen.
Seit Ende 2004 waren die CIAT-Mitglieder, außer
vielleicht gelegentlich Belgien und Großbritannien, zunehmend ablehnend
gegenüber einem Konfrontationskurs zu Kabila.
[Großbritannien] versuchte kaum seine beträchtliche
finanzielle Hilfe wirksam einzusetzen, um andere Geber davon abzuhalten, Kabila
bedingungslos zu unterstützen, wie das regelmäßig von Frankreich, den
Vereinigten Staaten, Südafrika und Angola zum Ausdruck gebracht wurde.
Die USA, Kanada, Südafrika und Belgien übernahmen
die Führung, versuchten die strategischen Reserven von Kupfer, Kobalt und
anderen Rohstoffen zu kontrollieren und begrenzten den Erfolg Chinas. Nichts
hat dies mehr zum Ausdruck gebracht als die öffentliche Feier zum Erwerb der
Phelps-Dodge’s Anteile an den Konzessionen des Bergwerks Tenke-Fungurume, die
unter Teilnahme des US-Botschafters in Katanga im August 2005 stattfand und die
gewaltige Zeremonie im Juni 2006 in Kolwezi, welche die Wiedereröffnung des
Kamoto-Bergwerks besiegelte, an der Vertreter Belgiens, der EU, Kanadas,
Frankreichs, Angolas und sogar der UNO teilnahmen…..
Am Ende der Übergangsperiode haben sich die
meisten Länder so benommen, als hätten sie Korruption und Straflosigkeit als
notwendige Übel akzeptiert, als Preis, der für die Zustimmung der
Kriegsteilnehmer zum Friedensabkommen zu erbringen war. Sie benutzten Augustin
Katumba Mwanke, eine zentrale Figur in der Partei des Präsidenten, als
Hauptverbindungsmann, um Einfluß auf Kabila auszuüben, obwohl er in einem
UNO-Bericht als Schlüsselfigur bei der illegalen Ausplünderung des Landes
während des Krieges identifiziert wurde[2].
Nachdem die CIAT-Botschafter Zeugen der Beschiessung von Bemba’s Residenz durch
die Präsidentengarde wurden, zwischen den zwei Runden der
Präsidentschaftswahlen, begannen sie eine schärfere Gangart einzulegen, doch da
war schon alles zu spät. Kabila widerstand mit Leichtigkeit jeglichem Druck,
indem er mit nationalistischen Tönen und dem internationalen Wettbewerb spielte
und der CIAT vorwarf, sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen.
Angola hat Tausende von kongolesischen Soldaten
ausgebildet, Kabilas Präsidentengarde und die Polizei. Seine militärische
Unterstützung ist eine tragende Säule für Kabila, dessen eigene Truppen sich
oft als unzuverlässig und sogar als rebellisch erwiesen haben [3].
Kabilas Ziel war immer ein Sieg in der ersten
Runde gewesen. Ermutigt von vielen Botschaften war er bis kurz vor Ende der
Stimmauszählung überzeugt, daß dies erreicht werden könnte.
Er versprach Mobutu [Sohn des Diktators, der
eine eigene Partei hat] auf den er sich verließ, um Bemba in der Provinz
Equateur zu schwächen, einen Ministerposten und Gizenga das Premierministeramt.
Letzere Konzession ließ eine Debatte unter vielen seiner Unterstützern
entstehen, die meinten, der Posten solle an einen Jüngeren gehen mit Regierungserfahrung.
Dennoch, Kabila war überzeugt, daß er Gizenga brauchte – der als zweiter in
Kinshasa 22 % der Stimmen bekommen hatte – um Bemba davon abzuhalten, das
Wahlergebnis in der Hauptstadt zu beherrschen [4]. Diese Taktik ging auf: In der zweiten Wahlrunde
bekam Gizenga in Kinshasa 30 % und im benachbarten Bandundu, der andere Hochburg
von dessen PALU, 40 %,.
Während des Übergangs hatten sich regionale und
interne Konflikte vermindert und die Wahlen setzten der Legitimitätskrise ein
Ende, mit der alle Regierungen seit den Zeiten Mobutus zurechtkommen mußten.
Doch trotz der Annahme einer demokratischen Verfassung, der Gelegenheit, den
Übergang für die Grundlegung eines neuen Regierungssystems zu nutzen, bei dem
die Bevölkerung mehr beteiligt ist, wurde dies von den kongolesischen
Vertretern und der internationalen Gemeinschaft verpaßt. Trotz entsprechender
Vorkehrungen in der Verfassung, endete die Übergangsperiode mit einer
extensiven Konzentration von Macht in den Händen des Präsidenten, eine große,
aber zersplitterte Präsidentschaftsmehrheit wurde von Fehden und einem
wachsenden Gefühl von Enteignung in großen Bereichen der Politik geplagt.
Die
Herausforderungen
Die ersten Monate der Amtszeit von Präsident
Kabila sind weniger als beeindruckend gewesen. Die Flitterwochen nach der
Amtseinführung wurden nicht für eine neue Dynamik und für die Schaffung eines
Geistes nationaler Versöhnung genutzt. Die Abwesenheit einer entschiedenen
Führung hatte zwei ernste Konsequenzen. Erstens führte dies zu einer
praktischen Paralyse der Regierung mit wachsender Anarchie bei der
parlamentarischen Mehrheit und zu ernster allgemein verbreiteter Ernüchterung.
Zweitens hat dies zu brutalen Übergriffen gegen die politische Opposition
geführt, die ihre Besorgnis über die Richtung der Regierung erneuerte.
[Nach der Regierungsbildung mit 60 Ministern]
Jenseits der Koordinierungsprobleme für solch eine überdimensionierte Regierung
und des unvermeidlichen Wettbewerbs zwischen ihren Schlüsselfiguren, geben die
Spannungen die Abwesenheit gemeinsamer Werte und Interessen zwischen der
AMP-Koalition und ihrem PALU-Partner wieder als auch in bezug auf Gizengas
schwach ausgeprägter Führungskraft.
Nach seiner Ernennung zum Premierminister wird
von Gizenga berichtet, daß er keinen Minister berufen will, dem Korruption
nachgesagt wird, wodurch verschiedene Sonderberater[5]
von Kabila nicht mehr in Frage kamen, einen Ministerposten zu erlangen, darunter
war José Endundo.[6]
Als Retourkutsche suchen viele von der PPRD und der FR, sowohl in Regierung als
auch im Parlament[7]
Gizengas frühzeitige Entfernung, indem sie behaupten, seine Ansichten seien überholt
und seine Leitungsqualitäten schwach.
Angesichts der brutalen Zusammenstösse im
Unteren Kongo, der Gewalt in Kinshasa im März und der schlechten Handhabung des
militärischen Integrationsprozesses im Osten ist er still geblieben und offenbar zahnlos. Seine Autorität über
die Minister scheint schwach, was offenbar wurde, als er unfähig war, im
Konflikt zwischen dem Innenminister Kalume und dem Außenminister Nyamwisi in
der Angelegenheit der Besetzung von drei Dörfern in der Provinz Bandundu zu
vermitteln[8].
Kalume machte im März den Angolanern Zugeständnisse
und verursachte damit in Kinshasa und Bandundu Unruhen. Nyamwisi widersprach
ihm, doch ohne auf die Ergebnisse einer parlamentarischen Untersuchung,[9]
zu warten. Am 17. Mai erklärte die Regierung, daß das Gebiet angolanisch sei -
eine Entscheidung, die wenig dazu beitrug, die Bürger von ihrer Fähigkeit zu
überzeugen, die territoriale Integrität des Landes zu schützen[10]
(……)
Gizenga kommt praktisch zugute, daß Kabila und
die AMP-Koalition hauptsächlich für den Mangel an Führungskraft, an
ordentlicher Haushaltsplanung und für die schlechte Situation der Armee
verantwortlich sind.[11]….
Eine Paralysierung [des Landes] dient hauptsächlich
den Hardlinern im Kabila-Lager. Wenn die Regierung nahezu lahmgelegt ist,
fahren sie damit fort, das Land von der Präsidentschaft aus zu regieren…..
Erst ein halbes Jahr ist seit den Wahlen vergangen,
doch die Regierung ist beinahe lahmgelegt und die Bürger von der Verpflichtung
ihrer Führer für Frieden, Demokratie und wirtschaftlichem Wiederaufbau nicht
überzeugt. Da ist die Versuchung in den Kreisen um den Präsidenten groß,
jeglicher Art von Opposition eher mit Gewalt und Korruption, als mit Dialog zu
begegnen.
Die AMP-Koalition hat durch Korruption die
Gouverneursposten im Unteren Kongo, in Kinshasa und in Kasai Occidental
errungen, obwohl die Union [Bembas] in diesen Regionalparlamenten die Mehrheit
hatte. Einzig Equateur wählte einen Gouverneur[12]
der oppositionellen Union. Verschiedenen Berichten zufolge kostete eine Stimme
zwischen 1.000 und 10.000 Dollar, viele erfolglose Kandidaten forderten
öffentlich ihre “Geschenke” wieder zurück.[13]
Die zurechtgebastelten Wahlen waren nicht ohne
Sicherheitskonsequenzen. Am 31. Januar 2007 bereiteten Mitglieder von Bundu dia
Kongo (BDK), einer politisch-religiösen Bewegung im Unteren Kongo, Protestdemonstrationen
gegen die vermutete Korruption bei der Wahl des AMP-Gouverneurs vor. Die BDK
hatte ihren spirituellen Anführer, Ne Muanda Nsemi, als
Vize-Gouverneurs-Kandidaten der dort starken Oppositon aufgestellt, der jedoch
trotzdem unterlag, obwohl sie doch im Provinzparlament die Mehrheit hatte.[14]
Am Demonstrationsabend ermordete die Polizei verschiedene BDK-Unterstützer,
während sie versuchte, das Haus von Nsemi in Matadi, der Provinzhauptstadt, zu
stürmen. BDK-Mitglieder töteten als Vergeltung zehn Polizisten und Soldaten im
benachbarten Muanda, was den Gouverneur veranlaßte, sofort nach der Armee zu
rufen[15],
die dann überall in der Provinz weitere Demonstrationen brutal unterdrückte,
das Feuer auf unbewaffnete Menschenmengen eröffnete und wahllos Zivilisten
tötete, einschließlich Frauen und Kinder.
Zwar wurde geltend gemacht, daß nur die Nationalversammlung
sich mit der Angelegenheit befassen sollte, doch hat sie ihren Bericht nicht
veröffentlicht. Human Rights Watch hat am 12. April in einer Erklärung an die
von der Nationalversammlung berufene Untersuchungskommission, dazu aufgerufen,
bei den Militanten der BDK, den Soldaten und Polizisten, die mit den Tötungen
in Verbindung gebracht werden, eine Strafuntersuchung durchzuführen, um die Verantwortung
herauszufinden [16].
Bis jetzt sind lediglich drei Polizeioffiziere
vom Dienst beurlaubt worden und es bleibt abzuwarten, ob diese Empfehlungen
angenommen werden. Ohne irgendwelche öffentliche Anhörungen bleibt zu
befürchten, daß der Bericht dazu dienen wird, die Sicherheitskräfte
weißzuwaschen, was den Weg freimachen würde für neuerliche Gewalt.[17] […]
Die Kämpfe in Kinshasa vom 27. März sind das
sichtbarste Beispiel für die autoritären Tendenzen der neuen Regierung. […]
Die MONUC und die anderen internationalen
Akteure – die CIAT hat sich nach der Amtseinführung des Präsidenten aufgelöst –
versuchten nur halbherzig zu vermitteln. […]
Den Harlinern auf beiden Seiten wurde freie Hand
gelassen, sich zwei Tage lang in den Straßen eine militärische
Auseinandersetzung zu liefern, die als schlimmste Kämpfe in die Geschichte
Kinshasas eingehen. Auch wenn offizielle Zahlen nicht verfügbar sind, so wurden
wahrscheinlich 400 Soldaten und Zivilisten getötet und 250 verletzt.
Bembas erzwungenes Exil ist zusammen mit der
Unterdrückung seiner Mililtanten das offensichtlichste Beispiel für das
demokratische Versagen des Friedensprozesses. Bemba hat natürlich aktiv an
seinem Schicksal mitgewirkt und er ist nicht der einzige führende
Oppositionelle, aber er hat 42 % der Stimmen bei den Präsidentschaftswahlen
bekommen, seine Niederlage eingestanden und versprochen, die demokratische
Opposition anzuführen - drei Gründe, weshalb mehr Anstrengungen hätten
unternommen werden sollen, um diese Wende zu verhindern. Der Kongo muß inzwischen
Demokratie und die Stärkung von Recht und Gesetz ohne eine kräftige Oppositionsbewegung
aufbauen.
Die Opposition, beraubt ihres Protagonisten
Bemba, ist nicht mehr in einer Position, ihre Gegenmachts-Rolle zu erfüllen und
bietet wahrscheinlich jetzt bloß eine demokratische Kulisse in den
Institutionen. In ihren Reihen macht sich weitherum Enttäuschung breit und das
Vertrauen in das demokratische System hat einige ernstliche Kratzer bekommen.
Im Osten des Landes bleiben immer noch etwa
14.000 bis 18.000 Milizen außerhalb der Regierungskontrolle in mindestens sechs
verschiedenen bewaffneten Gruppen, die sich regelmäßig mit der nationalen Armee
und der MONUC Kämpfe liefern und Hunderttausende von Zivilisten in die Flucht
jagen.
Die beiden
Kivus
Zu General Nkunda: Sein eigenes Schicksal und
das seiner Offiziere wurde gar nichts gesagt: er hat um eine höhere Position in
der nationalen Armee gebeten, schlug ein Kommando im Kivu[18]
vor. Jedoch sieht die Regierung Integration[19]
als etwas rein militärisches und hat sich in keiner Weise politisch mit Nkunda.[20]
auseinandergesetzt. Da es nie einen offiziellen Vermittler gab und das Abkommen
von Kigali vage und mündlich war, bestehen die Gegensätze nach wie vor.
Der
Zorn ist dadurch gefährlicher, daß er durch den Mißbrauch von Zwang durch den
Sicherheitsdienst angeheizt wird,
insbesondere durch die völlige Straflosigkeit der Präsidentengarde, welche für
sich genommen der größte Unsicherheitsfaktor in der Hauptstadt geworden ist,
was zu Selbstverteidiungsgruppen geführt hat, welche in einigen
einwohnerstarken Vierteln nachts patrouillieren, um den Verwüstungen durch Kabila’s
meist Kisuaheli-sprechenden Truppen etwas entgegenhalten zu können. […]
Die Situation hängt auch mit einem gewissen
internationalen Desinteresse an Investitionen im Westen zusammen. Geldgeber
bleiben auf den Osten konzentriert, aber ohne weitere Geldzuflüsse, wird sich
der gefährliche Zerfall in den westlichen Provinzen fortsetzen.
Der Druck könnte besonders im September 2007 besonders
angespannt werden, wenn es Gizenga nicht gelingt, die Angestellten im öffentlichen
Dienst zu bezahlen, so wie dies in der großzügigen “Mbudi Zahlungsvereinbarung”
in Aussicht gestellt wurde, das von der Regierung und den Gewerkschaften des
öffentlichen Dienstes am 12. Februar 2004 unterzeichnet, aber nie umgesetzt
wurde[21].
Die
herausragende Herausforderung für den Präsidenten besteht darin, seinen Sieg zu
handhaben und das Land in Richtung Frieden und Wiederaufbau zu führen. Dies
verlangt das beim Übergang Erreichte zu nutzen und die verschobenen Reformen
auf die Tagesordnung zu setzen. Jedoch kann der Kongo nicht wiederaufgebaut
werden und nachhaltige Stabilität erzielen durch Einschüchterung, Unterdrückung
und Korruption. Das Blutbad bei den Matadi-Demonstrationen im Januar, die
Konfrontation in Kinshasa am 27. März und der umfangreiche Einsatz von
Bestechungsgeldern, bei der Wahl der Gouverneure zeigten, daß der bevorzugte
Kurs der Regierung politische und militärische Herrschaft, nicht Vermittlung
und Kompromiß ist, welche die Kennzeichen von Friedenschaffen und
demokratischen Regierens wären. Ungeschicktes Vorgehen im Parlament oder der
Gebrauch von übermäßiger militärischer Gewalt, um den Aufstand Nkundas im
Nord-Kivu zu beenden, könnten leicht zu Rückschlägen führen und einige Erfolge
des Friedensprozesses, mit katastrophalen humanitären Folgen für die Bevölkerung,
gefährden. Wenn die Staatsautorität wieder hergestellt ist, benötigt die neue
Regierung eine festgefügte Reformagenda innerhalb einer friedensfördernden
politischen Strategie.
[…]
Die Reformen müssen institutionalisiert werden: Gerichte, Gesetzgeber, die
Presse und die Kontrolle der Finanzen benötigen eine Stärkung.
Patronage-Netzwerke müssen isoliert werden. Das Parlament muß als erste Adresse
für Konfliktverhütung und Schaffung von Frieden genutzt werden. Sowohl die
Justiz als auch die Verwaltung müssen von ständiger politischer Einflußnahme
befreit werden.
Die
juristischen Reformen, die von der Regierung vorgeschlagen wurden, schließen
keine wichtigen Änderungen mit ein, die von der Verfassung inspiriert sind:
Ersatz des Obersten Gerichtshofes durch einen Verfassungsgerichtshof, einen
Staatsrat und ein Oberstes Appellationsgericht, wie auch die Rationalisierung
des Gerichtswesens, Stärkung der juristischen Unabhängigkeit, indem das oberste
Richtergremium dazu ermächtigt wird, Richter zu benennen, zu fördern und zu
bestrafen und die Begrenzung politischer Einflußnahme auf die Gerichtsangelegenheiten
durch eine ständige juristische Kommission in dem nationalen und den provinziellen
Parlamenten, um die Arbeit des obersten Richtergremiums zu überwachen.[22]
Dezentralisierung
könnte in erheblichem Umfang Konfliktlösungen und die Verantwortlichkeit
fördern, indem die Entfernungen zwischen den Entscheidungsträgern und den
Bürgern verringert werden, indem Verantwortlichkeit gefördert würde, ebenso die
Stärkung einer Kultur des Dialoges und der Zusammenarbeit zwischen der Zentralregierung
und den Provinzen. Wenn sie jedoch nicht richtig eingeführt ist, könnte Dezentralisierung
auch die Tore für unkontrollierte Regierungsausgaben öffnen, Korruption ausweiten
und wachsende Spannungen über Geldmittel sowohl auf nationaler als auch auf
lokaler Ebene hervorrufen, eventuell würde die Wiederherstellung der
Staatsautorität im gesamten Land gefährdet. […]
Ohne ein geeignetes System von Verantwortlichkeit, ist
sehr wahrscheinlich, daß Dezentralisierung eine andere “Legehenne” für korrupte
Bürokratie schafft, die Probleme der Zentralregierung exportiert auf die lokale
Ebene ohne positive Verbesserungen vor Ort herzustellen. […]
Die
Situation könnte noch unbeständiger und ungleicher im Zeitraum von zwei Jahren
werden, wenn die elf Provinzen auf 26 geändert werden. Die Steuerfestsetzung an
der Quelle wird sehr sorgfältig einzuführen sein, mit Beratung und Hilfe durch
nationale und internationale Fachleute. […]
Die
Fähigkeit des Kongos, einer weiteren ernsten Krise zu entkommen hängt davon ab,
was für ein Grund für den wirtschaftlichen Aufstieg gelegt wird.
Der
Kongo ist ein zerstörtes Land, doch seine natürlichen Reichtümer, wenn sie denn
richtig verwaltet werden, könnten der Motor für einen rasche, wirtschaftliche
Erholung werden. Anders als 1990 ist heute die internationale Nachfrage nach
Rohstoffen dynamisch und die Investoren sind begierig darauf versessen, Zugang
zu seinen gewaltigen Reserven zu bekommen. Unglücklicherweise ist die Kapazität
des Kongos, von diesem neuen Interesse Vorteile zu ziehen, begrenzt. Vor und
während des Übergangs unterzeichneten die Behörden – ohne jegliche Öffentlichkeit
– Bergwerks- und Abholzungsverträge, die den Staat um Milliarden Dollar an
Einnahmen berauben. Zahlreiche nationale und internationale Berichte haben die
Fehler in diesen Verträgen dokumentiert, besonders im Bergwerksbereich[23].
Am
Anfang schien die Regierung nicht besonders an einer Diskussion dieser
Konzessionen interessiert zu sein. Einige Berater von Premierminister Gizenga
fürchteten, eine Debatte könnte Investoren entmutigen. Andere fürchteten
politische Konsequenzen in Anbetracht der Tatsache, daß die wichtigsten Berater
von Präsident Kabila mit den meisten dieser Abkommen zu tun hatten und daß er
von vielen ausländischen Investoren[24]
gestützt worden war, weil er u.a. als Garant dieser Verträge angesehen wurde[25].
Inzwischen
hat sich die Situation geändert und mehr und mehr Staatsbeamte und Parlamentarier,
einschließlich innerhalb der Regierungskoalition, sehen diese Verträge
kritisch. […]
Geber
wie die USA, Belgien, Südafrika, Kanada, China und Frankreich, die sich
manchmal dazu gebrauchen ließen, diese Verträge abzusichern, sollten den
Prozess unterstützen, der ihre Aufrufe zu Verantwortlichkeit, Transparenz und
guter Regierungsführung glaubwürdiger machen würde und auch das Geschäftsklima
verbesserte. Mittelfristig sind mehr Anstrengungen nötig, um in diesen
strategischen Sektor wieder eine Ordnung zu bringen. Die Verträge gewähren
Schürfkonzessionen und Zahlungen zwischen Privatfirmen und der Regierung und
sollten in Übereinstimmung mit der Extractive Industries Transparency
Initiative (EITI).[26]
beurteilt werden. Zahlung sollten öffentlich gemacht werden, sowohl im
Bergwerks- als auch im Forstbereich. Das sollte für Börsennotierungen gefordert
werden, für Exportkredite und Darlehen von internationalen Finanzinstitutionen.
Kontrollmechanismen müssen gestärkt werden, damit faire Bedingungen in neuen
Verträgen und in bestehenden Verträgen Übereinstimmung mit ökologischen,
finanziellen und sozialen Verpflichtungen gewährleistet sind.
Die
Geber sollten Fachleute finanzieren, welche bei der parlamentarischen
Überwachung des Rohstoffsektors helfen. Die Regierung sollte auch
internationale NRO’s zur Begutachtung engagieren und für unabhängige Beachtung
monitoring.[27]
Dem Vorschlag des stellv. Präsidenten der Nationalversammlung, Christophe Lutundula,[28]
sollte Beachtung geschenkt werden, eine ständige nationale Rohstoffüberwachungsstelle
einzurichten mit umfangreichen Kompetenzen zu kontrollieren, zu berichten und
zu regulieren. […]
[…] Während die Reform des Sicherheitsbereiches
weitere Fortschritte machen muß, ist von entscheidender Bedeutung, lokale
Friedensinitiativen auf den Weg zu bringen, die umfassend von diplomatischen,
finanziellen, polizeilichen und politischen Maßnahmen begleitet werden und die
provinziellen Institutionen mit einbeziehen. Zu den zentralen Komponenten von
Aktionsplänen sollte gehören, lokale Unterstützung zur Lösung von Problemen wie
Straflosigkeit und Versöhnung zu bekommen.
Den
Sicherheitskräften fehlen Mittel, Ausrüstung und Ausbildung. Mit Ausnahme einiger
weniger ausgewählter Einheiten sind ihre Einsatzmöglichkeiten äußerst dürftig[29]
und sie sind in wachsendem Ausmaß eine Bedrohung für die lokale Bevölkerung
geworden, die von ihnen eigentlich beschützt werden soll. Dies hat z.T. mit
unzulänglichen finanziellen Mitteln zu tun, aber auch mit dem Fehlen richtiger
Führung. Außerdem haben ernsthafte strukturelle und institutionelle Probleme
auch ihren Beitrag zu Ineffizienz, Korruption und Mißbrauch geleistet. Außerdem
sind Seilschaften und parallele Kommandostrukturen eingedrungen und unterminieren
ihre Wirksamkeit. Jeder Reformversuch muß sowohl politisch als auch technisch unternommen
werden. […]
Doch
im Grunde bedeutet eine Änderung mehr als der Austausch korrupter durch erfahrene
und ehrliche Offiziere. […]
Eine
parlamentarische Debatte sollte ein erster Schritt der Reform sowohl von
Polizei als auch von FARDC gelten. […]
Man
sollte über eine erheblich intensivere Beanspruchung der Streitkräfte
nachdenken und über die Integration des verbleibenden Personals in die reguläre
Armee. abgeraten werden sollte von der Idee, diese in die Polizei zu
integrieren, weil dies zu einer Militarisierung dieser Einheiten führte und die
derzeitigen Anstrengungen untergrübe, ihnen Respekt vor Menschenrechten und
demokratischen Werten zu vermitteln. Stattdessen könnten ehemalige Mitglieder
der Präsidentengarde zur Verstärkung der Einsatzkräfte der FARDC benutzt
werden. […]
Gleichzeitig
sollte die Regierung das Parlament auffordern, Gesetze zur Rationalisierung der
Armeestruktur zu erlassen und sie von der Politik fernzuhalten.[30]
Die Verteidigungs- und Sicherheitskommission des Parlaments sollte besser
ausgestattet werden und technisches Personal bekommen, um jährliche
Überprüfungen durchzuführen. Der Generalinspektor, der die innere Revision der
Armee innehat, sollte finanziell ausreichend ausgestattet werden und unabhängig
sein, um Unterschlagungs-Schiebereien anzupacken. Der Verteidigungsminister
sollte einen Ombudsmann ernennen, der Klagen von Menschenrechtsverletzungen
aufnimmt und die Militärgerichtsbarkeit drängt sich (sozusagen) besser zu
benehmen.
Mißbrauch
wurde Teil der Polizei- und Armee(un)kultur, weitherum möglich durch Verantwortungslosigkeit.
Trotz überhandnehmender Menschenrechtsverletzungen gibt es nur wenige Untersuchungen
- und fast keine einzige oberhalb des Rangs eines Hauptmanns, weil die meisten
höheren Offiziere durch die obersten Kommandeure geschützt werden, die oft Komplizen
bei Unterschlagungs-Schiebereien sind.
Angesichts
der weiten Verbreitung von Mißbräuchen während des Krieges, bei denen oft
Offiziere, die auch heute in verantwortlichen Positionen sind, beteiligt waren,
könnten allzu gründliche Untersuchungen das Land destabilisieren. Man muß einen
Ausgleich zwischen Zweckdienlichkeit und Gerechtigkeit schaffen, der dennoch
weitere Veletzungen verhindert. Für Polizei und Armee sollte ein Sicherheitsüberprüfungsprogramm
eingeführt werden, um jene Offiziere herauszufinden, deren Menschenrechtsverletzungen
allgemein aktenkundig sind[31].
Leider sind die Aussichten für solch eine Armeereform
nicht gut: In den letzten drei Monaten haben Präsident Kabila,
Verteidigungsminister Chikez und Innenminister Numbi ihre Opposition gegen jede
multilaterale Bemühung und Zusammenarbeit zur Unterstützung einer Armeereform
zum Ausdruck gebracht. […]
Kennzeichnend ist die Berufung von General Olenga zum
Armee-Inspekteur, dessen Ansehen durch seine Beteiligung bei vielen Waffengeschäften
sowohl von Präsident Kabila als auch bei dessen Vater beschädigt ist. […]
Um
lokale Konflikte zu lösen, benötigt die Regierung die Entwicklung umfassender politischer Strategien für jede
betroffene Provinz (Nord- und Süd-Kivu, Oriental, Katanga). Unter
Berücksichtigung von Entwicklungen in jüngster Zeit, sollte dem Kivu Vorrang
gegeben werden. Diese politische Annäherung sollte nicht auf die Integration
oder Entwaffnung von bewaffneten Gruppen begrenzt werden, sondern sollte sich
darauf konzentrieren, die Ursachen der Konflikte anzupacken und sich besonders
mit regionalen Beziehungen befassen, mit Landverteilungen, Ausbeutung von
Bodenschätzen und Versöhnung zwischen Gemeinschaften. Die Behörden sollten
akzeptieren, daß es keine militärische Lösung für die Kivu-Provinzen gibt und
Vorbereitungen für riskante bewaffnete Konfrontationen mit Nkunda einstellen.
[…]
Nkundas
persönliche Zukunft sollte kein Hindernis für die Stabilisierung sein und jenseits
der Politik behandelt werden. Die Regierung könnte, z.B. die Situation in den
beiden Kivuprovinzen dem Internationalen Strafgerichtshof vorlegen, oder der
Staatsanwalt könnte seine eigenen Untersuchungen anstellen. Auf jeden Fall
sollte die Regierung den Internationalen Strafgerichtshof einbeziehen, wenn sie
den Beweis erbringen kann, daß Nkunda - oder andere - Greueltaten begangen hat
– etwa Vergewaltigung als Kriegsmittel. Der Staatsanwalt könnte dann eine unparteiische
Untersuchung aller Untaten, die in den letzten Jahren in den Kivuprovinzen begangen
wurden, und Verfahren gegen die meisten Täter, die dafür verantwortlich sind,
einleiten. Eine Untersuchung des Internationalen Strafgerichtshofes würde
Nkunda politisch neutralisieren und ihn zu einem internationalen Pariah machen,
wie die Führer der Lord Resistance Army in Uganda. Gleichzeitig würde der Internationale
Strafgerichtshof ihm und seinen Leuten ein faires Verfahren garantieren. Dies
würde auch Druck auf die MONUC, auf Ruanda und Südafrika ausüben,
internationale Untersuchungen und evtl. Inhaftierungen zu unterstützen.
Gleichzeitig
sollte die Regierung die Neutralisierung ausländischer bewaffneter Gruppen auf
ihrem Territorium betreiben, indem sie sich aktiv bilateral mit Ruanda, Uganda
und Burundi engagiert und maximalen Gebrauch des Rahmens der internationalen
Kooperation macht, der mit internationaler Unterstützung geschaffen wurde. Der Dreiseitige-Plus-Mechanismus,
der von den USA geschaffen und unterstützt wurde, ist besonders nützlich zur
Verbesserung der Beziehungen mit Ruanda gewesen. Dieser hat te den Krieg der
Worte beendet und die Beteiligten zu einer Kooperation gezwungen, um die gegenseitigen
Sicherheitsangelegenheiten zur Sprache zu bringen. Solche Anstrengungen sollten
dauerhaften Charakter bekommen und vertieft werden, durch die Wiedereröffnung
von Botschaften, die Einrichtung gemeinsamer Einsatz-Mechanismen für
Grenzpatrouillen und den Austausch von Geheimdienstinformationen über
Bewegungen der FDLR. Ein ähnlicher Mechanismus sollte zwischen dem Kongo,
Uganda und dem Sudan geschaffen werden,
mit Unterstützung der USA und Großbritanniens und in Zusammenarbeit mit MONUC
und der UN Mission im Sudan (UNMIS), um die Probleme mit der Lord Resistance
Army auf diplomatischer Ebene zu behandeln, auf gemeinsamer Planungsebene und
bei koordinierten Einsätzen.
Es
gibt wachsenden internationalen Pessimismus, was den Kongo anbetrifft, doch ist
die internationale Gemeinschaft in großem Ausmaß lediglich mit den Konsequenzen
ihres eigenen Mangels an Beständigkeit während der Übergangsperiode
konfrontiert. Seinerzeit wurde kein geeigneter Rahmen für den Umgang mit den
Problemen nach den Wahlen verhandelt. Jetzt ist wichtig, eine neue und
anspruchsvolle Partnerschaft zu begründen, die bei der Konsolidierung des
Friedens vermitteln und helfen kann.
Während
der Übergangszeit hat die internationale Gemeinschaft vor allem den Wahlvorbereitungen
entscheidende Unterstützung gewährt, doch versagte dies an zwei Stellen:
erstens, wurde kein Freiraum für eine politische Alternative zu den Kampfhähnen
Kabila und Bemba geschaffen, zweitens wurde keine Änderung im Regierungssystem
ausgehandelt. Man hat argumentiert, daß diese Aufgaben nach den Wahlen
vorangebracht werden sollten, nicht durch Druck, sondern durch Verhandlungen
und Überzeugung und mit Kabila’s direkter Unterstützung.[32]
Einige Europäer und das Sekretariat der UNO-Blauhelme (DPKO) versuchten
vergeblich einen Koordinationsmechanismus für die Zeit nach den Wahlen zu schaffen,
der CIAT hätte ersetzen können und um ein Forum für internationale politische
Beratung zu erhalten, damit anstehende Angelegenheiten des Friedensprozesses geregelt
werden können.
Trotz
Empfehlungen von verschieden Expertengruppen,[33]
Nachkriegsländer während der ersten Jahre, nach dem Übergang, weiter zu unterstützen
und zwar nicht allein mit Blauhelmsoldaten, sondern auch mit einem starken
politischen Beobachtungsmechanismus, entschied sich die internationale Gemeinschaft
dafür, ihr Engagement auf eine umgestaltete MONUC zu begrenzen – mit einem
hauptsächlich Schwerpunkt auf die Sicherheitsangelegenheiten und einem Minimum
an Einfluß auf die politischen Angelegenheiten und die Einhaltung der Menschenrechte
– und man verlor den beratenden Rahmen (“Country Assistance Framework”, CAF).
Das CAF war 2006 von einer Gruppe von Geldgebern, einschließlich der UNO, der
Weltbank, der EU, Belgien, Großbritannien, USA, Deutschland und Frankreich eingerichtet
worden, um fünf Ziele, die als “Säulen” identifiziert worden waren, zu
erreichen: gute Regierungsführung, Wachstum für die Armen, verbesserter Zugang
zu Sozialdiensten, Aids-Vorsorge bzw. Behandlung und Bewegung auf der
kommunalen Ebene, mit festen Bezugspunkten auf dem Weg des Fortschritts und der
Information von Gebern. Regierungsreformen wurden in der ersten Säule angesprochen
und eine detailliertere “Regierungsvereinbarung”, die solche Herausforderungen
wie Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, öffentliche Verwaltung, Reform
des Sicherheitssektors, Transparenz und Verantwortlichkeit berücksichtigt.
In
den ersten Monaten von Kabilas Amtszeit und trotz anfänglicher Bemerkungen, die
sich über den vermeintlich patronisierenden Ton der CIAT und ihrer europäischer
Botschafter lustig machten, schien das allgemeine Muster zu stimmen. Das Mandat
der MONUC wurde bei derselben Truppenstärke ausgedehnt[34].
Am 22. Februar 2007 lieferte Premierminister Gizenga seinen eigenen
“Regierungsvertrag” vor dem Parlament ab und gleichzeitig sein Regierungsprogramm.
Auf der Grundlage des Papieres zur Armutsbekämpfung und der Wachstumsstrategie
(PRSP), das im Juli 2006 von der Regierung verabschiedet worden war, nahm er
Wort für Wort die meisten Reformen auf, die in dem Papier der Geldgeber
empfohlen worden waren und dies schien ein bedeutender Weg nach vorne zu sein.
Doch mit der Lähmung der Regierung, mit Kabila’s Mangel an Kooperation, mit der
Gewalt in Kinshasa und den neuen Spannungen in den beiden Kivus wurden alle
Illusionen rasch zunichte gemacht.
Der
Mangel an Kooperation von Kabila für einen ständigen Dialog zu politischen Angelegenheiten
und Beendigung politischer Reformen war vorhersehbar. Sein Bestehen darauf, daß
die Geldgeber sich mehr auf Entwicklungshilfe beschränken sollten, als auf
politische Angelegenheiten,[35]
wird in der Region weithin geteilt. Es spiegelt den Wunsch nach Unabhängigkeit
wider und anti-westliche Vorbehalte, die tief sitzen und dies ist auch wichtig
für seine Autorität gegenüber den Hardlinern in seinem Umfeld und um
Glaubwürdigkeit bei der Bevölkerung aufzubauen. Fixe Ideen über ausländische
Einflußnahme und ambivalente Beziehungen mit dem Westen haben sich seit der
Ermordung von Patrice Lumumba, kurz nach der Unabhängigkeit, in dem Land regelmäßig
wiederholt. Länder wie Südafrika, Angola und China unterstützen diesen
Standpunkt als willkommenen Versuch, Kongos Souveränität aufs neue zu behaupten.
[…]
Frankreich
und die Vereinigten Staaten, obwohl Fürsprecher von Regierungsreformen, haben
sich eines niedrigen Profils befleißigt, in der Hoffnung, ihre besonderen
Beziehungen zum Präsidenten zu bewahren. Die EU und einige ihrer Mitglieder wie
Belgien, Großbritannien, Deutschland und Spanien sind die einzigen gewesen, die
ihre Besorgnisse offen ausgesprochen haben, besonders nach den Gewalttätigkeiten
in Kinshasa,[36]
aber ihre Feststellungen wurden von Kabila[37]
mit Geringschätzung bedacht und hatten keinen ernsthaften Einfluß.[38]
[…]
In
einem Versuch, die ursprüngliche Ablehnung der Vereinigten Staaten, Großbritanniens
und Südafrikas für einen CIAT-Ersatz zu überwinden hat der Sicherheitsrat die
wichtigsten Partner des Kongos ermutigt, ein “wirksames Verfahren für
regelmäßige Konsultationen einzurichten, das einen politischen Dialog fördert
mit dem Ziel eines größeren gegenseitigen Verständnisses der wichtigsten
Partner untereinander für die Ziele und Initiativen der Regierung, sowie die
Fortsetzung des internationalen Einsatzes und abgestimmte Anstrengungen der
internationalen Partner des Landes um Krisen zu verhüten oder ihnen zu
begegnen”.[39]
[…]
Dennoch,
diese letzten Versuche, einen neuen Beobachtungs-Mechanismus zur Festigung des
Friedens einzurichten, werden wahrscheinlich nicht die allgemeine Haltung des
Präsidenten ändern, besonders hinsichtlich einer Reform des
Sicherheitsbereichs, der Planungen für militärische Einsätze im Osten oder
sogar die Vorbereitung von lokalen Wahlen.
Anfang
Juni sandte Kinshasa klare Signale, daß die Kontaktgruppe für die Reform des
Sicherheitsbereichs zu ihrem Runden Tisch im September nach Kinshasa[40]
einladen wollte. Dies sollte eine Gelegenheit sein für die Einrichtung
umfassender Programme, wie jenes der EU zur Sicherheit ( EUSEC und
möglicherweise EUPOL)[41]
und eine Rückkehr zur bilateralen Zusammenarbeit bieten, möglicherweise jedoch
ohne größeren Erfolg bei der Stärkung der parlamentarischen Kontrolle, der
Reform der Präsidentengarde oder bei der Einrichtung einer Sicherheitsüberprüfung.[42]
Die Regierung hat auch das jährliche Treffen der Konsultativgruppe verschoben,
welches für Juli in Paris geplant war. [43] […]
Eine
neue Formel wurde gefunden: Kongo’s Souveränität sollte respektiert werden, die
internationale Gemeinschaft kann sich gegenüber gewählten Institutionen nicht genauso
verhalten wie sie das mit den kriegerischeren Unterzeichnern des
Friedens-Abkommens pflegte. […]
Die
Regierung benötigt die Hilfe der MONUC, um den Osten zu kontrollieren. Die
Geber sollten nicht 1 Mrd. $ im Jahr für die Blauhelme zu zahlen haben, welche
die Trümmer unverantwortlicher Politik wegräumen müssen. Die Regierung muß den
politischen Rahmen für eine neue Partnerschaft akzeptieren und vor allem die
Stärkung der Demokratie und der Sicherheitsangelegenheiten in Angriff nehmen (Reform,
Beendigung lokaler Konflikte und Umgang mit ausländischen bewaffneten Gruppen),
wenn sie möchte, daß die MONUC weiterhin als wichtigster Lieferant von
Sicherheit in den beiden Kivus auftritt und im übrigen von der internationalen
Unterstützung profitieren will. Ansonsten gibt es keinen Grund, die
internationale Unterstützung aufrechtzuerhalten. Souveränität begründet sich
darin, daß den eigenen Bürgern, den Nachbarn und der internationalen Gemeinschaft gegenüber die wichtigsten Verantwortungen
wahrgenommen werden, doch bis jetzt ist die Regierung noch nicht in der Lage
dies zu erfüllen. […]
Schlußfolgerung
Mehr als sechs Monate nach der Amtseinführung von
Präsident Kabila ist die Lage im Kongo alles andere als beruhigend. Kabila kam
zwar aus der Übergangsperiode gestärkt heraus, doch ist ihm der erhoffte
Erdrutschsieg nicht gelungen. Unter der Last einer überwältigenden und
fragmentierte Mehrheit, hat er bisher noch keine wesentlichen Reformen auf den
Weg gebracht und es gab auch keinerlei Fortschritt bei der nationalen
Versöhnung. Stattdessen hat sich in den letzten Monaten die rapide Lähmung des
Staatsapparates gezeigt und ein betrüblicher Mangel an Kommunikation zwischen
Zentralregierung, Provinzbehörden und der allgemeinen Bevölkerung. Der
demokratische Charakter der aufstrebenden Institutionen ist durch das schnelle
Eingreifen gegen Kabila’s Hauptrivalen bei den Präsidentschaftswahlen,
Jean-Pierre Bemba, der ins Exil fliehen mußte, ernsthaft unterhöhlt worden.
Trotz beruhingender Konzessionen kürzlich, besonders hinsichtlich der Rechte
für die Opposition, ist das Problem, mit welchem man bei Bembas Rückkehr konfrontiert
ist, noch nicht gelöst worden.
Wenig Fortschritt wurde auch bei der Verbesserung der
Sicherheit gemacht. Große Teile des Landes bleiben ein rechtloser Raum. Durch
das Fehlen eines Friedensplans und umfassender Reformen der Sicherheitskräfte,
ist kein baldiger Fortschritt in Sicht. In den beiden Kivus sind die Konsequenzen
bereits klar: die unausgereifte Initiative der militärischen Integration und
ein völliger Mangel an Kommunikation mit den lokalen Behörden und der
Bevölkerung, haben erschreckende Konfusion verursacht, sowie das Risiko eines
erneuten offenen Konfliktes. In anderen westlichen Provinzen hat der
unangemessene Einsatz von Gewalt, wie im Unteren Kongo gegen die BDK,
höchstwahrscheinlich weitere Zurückhaltung von Bürgern verursacht, die ohnehin
von ihren gegenwärtigen Führern nicht besonders überzeugt sind.
Wirklich dringend ist die Beendigung der Kriegsvorbereitungen
im Osten, sowie die Konsolidierung der Rolle und des Freiraums der Opposition
und des Parlaments und eine baldige Anerkennung der Fehler der letzten Monate,
damit ein Neuanfang gemacht werden kann. Kabila und Gizenga können dies noch
tun, vorausgesetzt, sie erkennen die Notwendigkeit einer visionären
Staatsleitung, welche die demokratische Führung stärkt und die meisten Reformen
in Gemeinschaft mit der Bevölkerung einleitet. Unter Berücksichtigung der gewaltigen
Anstrengungen, die nötig sind, um den Frieden zu befestigen, sollten sie auch
eine neue Haltung der internationalen Gemeinschaft gegenüber annehmen. Sie sollten
anerkennen, daß die Verbesserung der Sicherheit und die Verankerung der Demokratie
in einem Land, in dem die Verwaltung zusammengebrochen ist, mehr benötigt, als
eine stückweise bilaterale Kooperation. Andererseits und unter Berücksichtigung
des Einsatzes, sollte die internationale Gemeinschaft ihre Spaltungen
überwinden und einer neuen Partnerschaft zustimmen, welche einen umfassenden
Plan enthält, Vorkehrungen für ständige Konsultationen und die Verantwortlichkeiten regelt.
Kinshasa/Brüssel, 5 Juli 2007
Donnerstag,
12. April 2007
Ein weiterer Nachruf auf unseren Freund Andreas Schillo findet sich auf der Webseite von Pax
Christi: http://www.paxchristi.de/news/kurzmeldungen/one.news.km/index.html?entry=page.news.km.237
Die hier unten angekündigte Veranstaltung mit Erzbischof Monsengwo kann
nun doch nicht stattfinden, weil die Versprechung etwas zu vollmundig gegeben
wurde, ohne sich vorher mit dem Erzbischof abzustimmen, der zwar am 29.4. in
Berlin sein soll, aber von Brüssel aus dazwischen noch einen Abstecher nach
London machen will und so keine Zeit mehr für Bonn hat. Schon gut, daß der
Verstorbene das nicht mehr miterleben muß. Unter seiner Regie wäre das gewiß
nicht passiert!
Ostersonntag,
8. April 2007
Natürlich wurde das Tagebuch nicht vor allem deshalb nicht
weitergeführt, weil keine Nachrichten zu berichten gewesen wären, sondern weil
einige Probleme dies behinderten. Doch heute ist Ostern und der christliche
Glaube, dem immer noch viele verpflichtet sind und der immer noch nicht
unterzukriegen ist, verkündet den Sieg des Lebens über den Tod. Ostern ist also
das Auferstehungsfest per se. Heute
morgen um 5 Uhr ist unser Freund und Mitglied von Dialog International ( und
von Pax Christi, das darf hier nicht verschwiegen werden ) Andreas Schillo im gesegneten Alter von 86 Jahren heimgerufen
worden in das Reich des Heilandes, an den er zeit seines Lebens geglaubt hat.
Andreas war sozusagen bis zur letzten Minute seines Lebens der Friedensarbeit
und der Afrikahilfe verpflichtet. Die letzten Stunden, schon gezeichnet von –
durch Medikamente gelinderten – Schmerzen seiner Krebserkrankung, hat er im
Psalmgebet – und in Meditation über sein Pax-Christi-Friedens-Engagement
verbracht – und jetzt ist dies vollbracht. Für uns ist das Leben von Andreas
und vor allem sein Ende wie ein Wunder. Ein Übergang in die andere Welt am
Ostermorgen. Unglaublich! Und dann, was Andreas noch in den letzten Tagen
vollbracht hatte! Er war aktiv bis zum letzten Atemzug! Die letzten Worte, die
er mir sagte und die ich mir sogar aufgeschrieben hatte, waren: „Ja, das hab’
ich alles noch gemacht!“. Was hat er noch gemacht? Eine Woche vor seinem Tod
konnte ihm der Generalsekretär von Pax Christi International vermelden, daß der
Erzbischof von Kisangani, Monsengwo, endlich, am 28.4.2007 nach Deutschland
kommen könnte zu einer Veranstaltung von Pax Christi in Bonn. Andreas Schillo
lag ihm schon seit Jahren in den Ohren, daß dies geschehen müßte. Er kannte
selbst Monsengwo, den er auf Tagungen erlebt und gesprochen hatte. Monsengwo
spricht gut deutsch, hat er doch hier zum Teil studiert. Und für Andreas war
seit Jahren ein Herzenswunsch, daß Monsengwo nach Deutschland kommen und sich
hier der kongolesischen Diaspora stellen möge. Am 28.4. soll dies soweit sein -
doch nun leider ohne Andreas.
Noch im Januar hatte er innerhalb von 14 Tagen fast 100
Kongolesen in Bonn zu einer Veranstaltung mit Mme. Kasavubu zusammengetrommelt und im letzten Herbst gleich zwei
Veranstaltungen zu Dag Hammarskjöld
in der UNO-Stadt Bonn, die ihm, schon gezeichnet von der Krebserkrankung,
möglich waren. Von 2004-2006 war Andreas noch Vorstandsmitglied von Dialog
International gewesen. Im Dezember verabschiedeten wir ihn auf unserer
Düsseldorfer außerordentlichen Jahresversammlung, als er sein Kassenführungsamt
in jüngere Hände übergab. Mit uns und unseren Mitgliedern verband ihn eine
innige Freundschaft. Hier im Büro hat er fast täglich angerufen und wenn der
Anruf ausblieb, haben wir ihn angerufen. Somit ist schon jetzt eins klar:
Andreas wird uns sehr fehlen. Andreas war durchaus ein Mensch mit eckigen Kanten
und keineswegs „pflegeleicht“. Wenn nötig, hielt er mit seiner Meinung nicht hinter
dem Berg. Seine Urteile waren manchmal durchaus drastisch. Und sein Gerechtigkeitsempfinden
schien unbestechlich. Er konnte die einmal für richtig erkannten Zusammenhänge
kompromißlos bis zum Erfolg durchhalten. Dabei nahm er nicht selten
bereitwillig „Prügel“ (wie er das selbst nannte) auf sich. Doch bei allem
behielt Andreas sein Herz auf dem rechten Fleck. Und das schlug in den letzten
Jahren vor allem für Afrika. 25 Jahre lang hatte er sich vorher für Frieden,
Menschenrechte und Gewaltlosigkeit in Lateinamerika eingesetzt und als sich
dort die Lage entspannte, folgte er seinem Vorbild, Hildegard Goss-Mayr vom Österreichischen
Versöhnungsbund, und begann, in Afrika Friedensarbeit zu fördern. Für
Andreas Schillo war dies zunächst die „Jumelage“
mit den Pax Christi-Gruppen in Kikwit in Bandundu, nachdem Pax-Christi-Mitglied
Thomas Gerhards von dort nach mehrjährigem Aufenthalt zurückkehrte und dann kam
die Gruppe in Bukavu im Süd-Kivu dazu. Noch in der Karwoche kam aus Bukavu der
Bericht von der „Pax-Christi-Straßenkinder-Schule“
und wir kündigten ihm den Bericht, auf den er so lange gewartet hatte, noch im
Krankenhaus an. Am Gründonnerstag konnte Andreas für einen Tag zurückkehren in
sein geliebtes Heim nach Friesdorf (Bad Godesberg), doch gelang ihm leider
nicht, dem Computer diese Datei zu entlocken, sodaß er jetzt die Früchte seines
Engagements für diese Pax-Christi-Schule in den letzten Tagen seines Lebens
nicht mehr betrachten konnte. Für die Freunde im Kongo war Andreas vor allem
einer der wenigen, die für praktische Fragen ein offenes Ohr hatten und der
immer wieder diskret Hilfsmittel in die Gruppen transferierte. Alle unsere
kongolesischen Gäste waren auch zu Besuch in seinem gastfreundlichen Haus in
Friesdorf. Und im Großraum Bonn lebt wohl kaum ein Afrikaner, für den nicht
irgendwie der Name Andreas Schillo ein Begriff geworden ist. So ist für uns heute
mit diesem Auferstehungsfest Trauer und Abschiednehmen verbunden. Aber
allzuviel Trauer will Andreas sicherlich nicht. Für ihn war schon längst klar,
daß er „in das jenseitige Dorf“ übersiedeln mußte. Viel lieber wäre ihm, wenn wir
jetzt in seinem Sinne die Arbeit fortsetzen würden, die er begonnen hat:
Friedens- und Versöhnungsarbeit mit Afrikanern und für Afrikaner! Sein
Vermächtnis ist also eine Verpflichtung für alle seine vielen Freunde, sein
begonnenes Werk nicht abzubrechen, sondern fortzusetzen. Die letzte größere
Freude seines Lebenswerkes besteht darin, daß der bisherige Generalsekretär von
Pax Christi Deutschland, Reinhard Voss,
ab 2008 bereit ist, über Misereor
direkt in den Ostkongo zu gehen und die dortigen Pax-Christi-Gruppen bei der
Friedensarbeit zu fördern und dadurch seine in vielen Jahren in Deutschland
erworbenen Kenntnisse in den Kongo einzubringen. Dies hat Andreas in den
letzten Wochen seines Lebens noch wirklich etwas glücklich gemacht. „Das habe ich alles noch getan…“
Dienstag,
30. Januar 2007
Heute vor 15 Jahren wurde Dialog
International gegründet. Der Tag war ein normaler Arbeitstag. doch am
Nachmittag saßen Kallé, unser Mitarbeiter, und ich bei Kaffee und Tee eine
Stunde zusammen und erzählten. Wie war das denn damals? Wer hat Dialog International gegründet? Wer war
dabei? Diese Geschichte steht irgendwo anders auf dieser Website. Man kann
einiges dazu sagen, oder eher stille sein. Denn wir sind nicht eine große
Massenorganisation geworden. Die Kongolesen sind nicht alle Mitglieder von Dialog International geworden, sondern
haben auch in der Diaspora das getan, was ihre Brüder in den neunziger Jahren
daheim auch getan haben: Sie haben fleißig neue Vereine gegründet. Hin und
wieder gab die Satzung von Dialog International
das Vorbild ab. Jedenfalls haben wir inzwischen auch in Deutschland eine
Unmenge von kongolesischen Vereinen, die alle einen Präsidenten, einen
Vizepräsidenten usw. usf. haben. Ich will das nicht bewerten und wenn diese
Vereine wirklich das tun, was sie sich vorgenommen haben, dann ist das auch
begrüßenswert. Jedenfalls hatte unser Gründer Prof. Mbaya seinerzeit noch andere Hoffnungen – und die konnte er
auch haben, denn vor Dialog International
gab’s fast keinen kongolesischen Verein in Deutschland.
Natürlich ist die Frage, ob Diaspora-Kongolesen ihren
Landsleuten in der Heimat helfen können wirklich nicht einfach zu beantworten.
Schon allein aus dem Grund, weil viele Diaspora-Kongolesen nicht gerade auf
Rosen gebettet sind, also selbst nicht in üppigem Reichtum leben und von dem
bißchen, was sie haben, müssen sie oft noch etwas abgeben und regelmäßig Familienangehörige
daheim mit unterstützen, weil dort eben keine Sozialversicherung mehr einspringt,
wenn Not einkehrt – und im Kongo ist schon eine durchaus erstaunliche Ausnahme,
wenn keine Not vorhanden ist. Deshalb hat sich also Dialog International etwas anders entwickelt und vielleicht ist das
auch gut so. Nicht die Quantität ist entscheidend, sondern die Qualität.
Wir sind kein Verein von Profis, aber wir machen unsere
Erfahrungen – auch zwischen Afrikanern und Deutschen. Und wir merken oft, daß
wir doch aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen kommen. Und nicht selten ist
auch die Sprache eine Barriere: Wir sagen das gleiche und meinen etwas anderes.
Dann merken wir das und müssen lachen - glücklicherweise. Aber was ist, wenn
wir das nicht merken? Vor allem, was ist schon alles schiefgelaufen, weil sowas
gar nicht bemerkt wurde? Weil alle dachten, ja die Afrikaner sprechen ja englisch oder französisch und die deutschen Entwicklungshelfer auch, also ist
alles paletti. Nein, überhaupt nicht.
Da existieren Studien, daß in manchen Gebieten sogar von den Staatsbeamten die
offizielle Landessprache des einstigen Kolonialherrn nur zu einem Viertel oder
einem Drittel verstanden wird. Wen wundert’s da, daß Entwicklungsprojekte den
Bach runtergehen, wenn die Experten sich gar nicht verstehen, obwohl sie
dieselbe Sprache zu sprechen meinen? Die Entwicklungszusammenarbeit ist angefüllt
mit solchen Geschichten. Nicht alle Länder sind so glücklich dran wie Ostafrika,
wo das relativ einfach zu erlernende kisuaheli
die Lingua franca geworden ist.
Im Kongo wird im allgemeinen von der etwas älteren Generation
noch ein sehr gutes Französisch gesprochen, die Jugend ist oft schon auf Handys angewiesen, die inzwischen von
den Chinesen (glücklicherweise) in kikongo,
tshiluba, lingala oder kisuaheli
konfiguriert sind.
Ja, die Europäer wären gar nicht auf diese Ideen gekommen.
15 Jahre Dialog
International – das sind bisher 23 Kongotage, das waren genau 143 Ausgaben
des Pressespiegel Kongo (der
inzwischen auf dieser Website ein bißchen fortgeführt wird mit dem „Aktuellen Presse-Tagebuch“) mit 50 bis
80 Seiten Monat für Monat und in der aufregenden Zeit der Kabila-Machtübernahme
und einigen anderen spannenden Zeiten auch drei- oder viermal im Monat.
In den 15 Jahren gab’s aber auch eine ganze Reihe von
Entwicklungsprojekten, die glücklicherweise eher mehr als weniger erfolgreich
durchgeführt werden konnten. Gut, wir haben am Anfang Lehrgeld zahlen müssen,
weil wir etwas zu naiv begannen. Hilfsgüter wurden in Kinshasa nicht abgeholt,
weil die Kommunikation noch nicht funktionierte, statt mit Organisationen dachten
wir mit Einzelpersonen kooperieren zu müssen, aber das waren alles Kleinstprojekte
gewesen. Seit wir irgendwann Mitte der neunziger Jahre beschlossen hatten, nur
noch mit gemeinnützigen Organisationen zu kooperieren, klappte das dann ziemlich
gut und eine ganze Menge konnte bewegt werden, soviel, daß wir im Ostkongo
nicht unbekannt blieben. Ein deutscher Freund kam vor einiger Zeit von Uganda
aus in den Kongo und wurde vom Grenzbeamten beiseite genommen: „Kennen Sie Dialog International? Können Sie
mir die Adresse geben?“ – Der Freund kannte uns tatsächlich, war aber so
perplex, daß er uns verleugnete. In der Tat, je mehr sich herumsprach, daß da
in Düsseldorf ein kleiner Verein sitzt, der vielleicht im Kongo etwas tun kann,
umso mehr Projektanträge wurden hier eingereicht, soviel, daß inzwischen ein
bißchen der Überblick verlorenging und wir nur noch antworten konnten, daß wir
vorläufig nichts tun können, weil das Geld gar nicht reicht um noch mehr
Projekte fördern zu können. Natürlich sind die Hoffnungen im Kongo groß, daß
aus dem hohen Norden ein bißchen Geldregen vorbeikommt. Wer in Afrika schonmal
eine Fernsehsendung angeschaut hat, der weiß ja, wie die Menschen in Europa
leben. Und so möchte man halt überall leben. Nicht immer nur in einer Hütte, wo
der Regen durchkommt und der Ofen sich nach drei Wochen selbst verbrennt….
So haben wir ganz viel gelernt in diesen Jahren. Und was
haben wir gelernt? Eigentlich nur, daß wir noch viel mehr voneinander lernen
müssen. In diesen 15 Jahren haben wir – Kongolesen und Deutsche – ganz viel
kommuniziert. Wir haben viel gelacht, Tränen sind geflossen beim Lachen, aber
wir haben auch geweint, getrauert, mitgetrauert. Wir haben uns angeschrien,
aber auch aufmerksam angehört. Wir haben nachgedacht, sind aufeinander
zugegangen, haben uns befragt und haben manche Antworten gefunden, an die wir
vorher gar nicht gedacht hatten. Wir haben uns beobachtet und uns zurückgezogen
und sind wieder hervorgekommen. Wir haben mit Staunen und Erschrecken die
jüngere Geschichte des Kongos kennengelernt und Geschichten von Großvätern
gehört, die noch mit Armstümpfen rumlaufen mußten, weil die Kolonialisten die
Hände abgehauen hatten. Aber wir haben auch von Kampagnen für den Kongo gehört,
die zu den ersten erfreulichen Friedenskampagnen gehörten. Und eine Geschichte,
die ich immer wieder erzähle, muß jetzt hier auch noch hin. Leopold II, das Schreckgespenst der „belle epoche“ war durch genau diese
Kampagne schon so denunziert, daß er sagen konnte: Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt sich’s ganz ungeniert – in Nizza
mit einer englischen Edelprostituierten. Und dann kam ein Staatsbesuch in
Berlin und seine Majestät mußte im königlichen Schloß untergebracht werden, das
später die Kommunisten leichtsinnigerweise dem Erdboden gleichmachten und
dessen Wiederaufbau derzeit Hauptthema in der deutschen Hauptstadt ist. Und als
der Gast wieder abgereist war, holte die deutsche Kaiserin doch tatsächlich
einen protestantischen Exorzisten ins Schloß (sowas gab’s damals noch), der die
Zimmer, in denen der Vetter aus Belgien genächtigt hatte, wieder „clean“ machen sollte. Das findet sich
jedenfalls bei Adam Hochschild, in „Schatten
über dem Kongo“, einem rororo-Buch,
das wirklich zur Pflichtlektüre eines jeden Kongofreundes gehören sollte. Und
vielleicht gehört dazu inzwischen sogar auch der derzeitige amerikanische Präsident,
wie Sie in diesem Tagebuch vom 4.Januar 2007 nachlesen können. Jedenfalls hat
der Autor des Buches, Herr Hochschild, seinem Chef danach eine wichtige Lektion erteilen können….
Freitag,
26. Januar 2007
Fast einen Monat lang hat die „Wahlnacht“ bei Dialog
International gedauert, eine Woche länger als im Kongo letzten
November, aber nun stehen der Sieger der Wahl bei unserer Kongohilfe fest – wer
unseren Weihnachtsrundbrief gelesen hat ( http://www.dialog-international.org/mitteil/mitte35.htm
) weiß schon Bescheid, worum’s hier geht.
Und die Überraschung ist perfekt: Kein Kandidat aus dem
Weihnachtsrundbrief hat das Rennen gemacht, sondern der „Außenseiter“ und das
ist der Waldkindergarten von Innocent, der Marafiki wa Mazingira, der [jungen]
Umweltfreunde.
Wir hatten unsere Förderer gebeten, auf ihrer
Weihnachtsspende das Projekt ihrer Wahl anzugeben und für alle angekündigten
Projekte (Mikrokredite, „Ofenrevolution“,
Kindersoldaten, auch für das Straßenkindermütterprojekt
in Kinshasa) sind Spenden eingegangen, aber Favorit sind die Marafiki mit 1.810 Euro. Hier darf
sicher auch verraten werden, daß die Schüler der Gesamtschule Herten, die für dieses Projekt vor Weihnachten eine
Sammlung durchführten, einen wichtigen Anteil an dem Ergebnis haben. Damit ist
jedenfalls der Betrieb des Kindergartens für die nächsten Monate gesichert, der
nur mit Spendengeldern betrieben wird und bisher keine öffentliche Förderung
bekommt. Ein Bericht über die Eröffnung findet sich etwas versteckt auf unserer
Website http://www.dialog-international.org/projekt/veranst/waldkindergarten.htm
. Inzwischen ist auch schon ein
Jahresbericht der Marafiki eingetroffen, mit vielen Bildern, der demnächst auf
unserer ehrenamtlich aktualisierten Website zu lesen sein wird. Mit dem Geld,
das inzwischen schon in der Einrichtung am Rande des Kahuzi Biega-Nationalparks
eingetroffen ist, werden zweimal wöchentlich nachmittags 38 Kinder zwischen 7
und 10 Jahren in einem „Naturclub“ betreut, ausschließlich Mädchen, 35 weitere
Mädchen von 6-10 Jahren, die mangels Schulgeld in keine offizielle Schule gehen
können, werden für 5 Stunden vormittags
unterrichtet und 19 Kinder zwischen 3 und 5 Jahre lernen jeden Werktag von 8
bis 12 Uhr in der Umgebung von Katana Natur und Umwelt kennen. 4
Lehrkräfte kümmern sich um die Kinder, darunter ein Diplom-Pädagoge und ein
Umweltwissenschaftler. Ein reguläres Gehalt von umgerechnet 75 Euro im Monat
bekommt lediglich der Diplom-Pädagoge.
Aber auch die anderen Projekte sind zum Teil schon auf den
Weg gebracht worden. In Burhinyi
begann das Kindersoldatenprojekt Nr.2,
als Nachfolgeprojekt des dort schon abgeschlossenen ersten Projektes. Hier
werden wieder junge Schreiner ausgebildet, die im Moment auch bei der Pflanzung
unseres Aufforstungsprojektes mithelfen. In wenigen Jahren können sie den Wald
bewirtschaften, der da entsteht. So werden auch im benachbarten Luhwinja, wo
die neu aufgeforsteten Flächen schon seit über 5 Jahren wachsen und gedeihen,
vormalige Kindersoldaten im Schreinerhandwerk ausgebildet – und bekommen wie in
Burhinyi noch Jungtiere anvertraut, eine Ziege, Hasen oder Meerschweinchen, um
zu lernen verantwortlich mit Lebewesen umzugehen. In Mushenyi lernen ehemalige
Kindersoldaten ein Lederhandwerk. Übrigens werden in Burhinyi rund 20 junge
Mädchen, die auch bei den Soldaten waren, in Schneiderei ausgebildet. Insgesamt
130 ehemalige Kindersoldaten, 110 Jungs und 20 Mädchen nehmen an den Programmen
teil. Hierfür werden bis Herbst noch weitere Mittel benötigt, um alles
finanzieren zu können.
In Vorbereitung befindet sich das Projekt, welches wir die „Ofenrevolution“ nennen – und auf die wir wenigstens hoffen... In Bushenyi, einer Region Ugandas, hat sie schon stattgefunden. Dort sind inzwischen über 140.000 Lehm- und Tonöfen im Einsatz und ersetzen den Drei-Steine-Ofen. Sie haben dort schon den Holzverbrauch drastisch reduziert. Jetzt wurde uns von den dortigen Ofenbauern versprochen, im März zwei Leute nach Bukavu zu schicken und dann dort – das wird möglich sein dank der Spendenmitte